
Longevity & Rejuvenation: Was wirklich zählt – The Skinthetics Way
Longevity und Rejuvenation: Was steckt hinter den Begriffen?
Longevity und Rejuvenation sind die neuen Trendwörter der Medizin. Alle reden darüber, und Patienten wie Anbieter, auch medizinische, suchen nach der ultimativen Formel. Kein Wunder: Wer möchte nicht jung und gesund bleiben, in einer Welt, in der Selbstoptimierung längst Standard ist und alles noch höher, schneller und weiter gehen soll? Das beste Ich muss raus. Richtig?
Ganz so neu ist das Thema allerdings nicht. Longevity und Rejuvenation sind seit Jahren mein Steckenpferd, und streng genommen steckt dahinter eine alte Frage der Medizin, nämlich wie wir möglichst lange gesund bleiben.
Longevity heißt wörtlich Langlebigkeit. Gemeint ist aber nicht, möglichst alt zu werden, sondern gesund und fit zu altern. Die Lebensqualität spielt die Hauptrolle, weniger die Zahl der Jahre. Wir zielen auf möglichst viele gesunde Lebensjahre, in denen wir das Leben bei vollem und wachem Verstand genießen können, ohne die Einschränkungen typischer Alterserscheinungen und Alterserkrankungen. Fachleute sprechen hier vom Healthspan, der Spanne gesunder Lebenszeit, im Unterschied zur reinen Lebensdauer.
Rejuvenation bedeutet Verjüngung. Hier geht es darum, Alterungsprozesse zu bremsen und ein Stück weit zurückzudrehen, damit wir frischer und gesünder aussehen. Natürlich schön eben.
Warum ich bei vielen Longevity-Angeboten skeptisch bin
Auf dem Papier klingt das ideal. Nur verspricht jeder einen anderen Weg, von Supplements über Kältekammer, Fastenkuren und Infusionen bis zu Lichtkabinen. Die Angebote sind endlos, die Preisspannen auch. Dabei stellt sich viel zu selten die entscheidende Frage, was davon wirklich nachgewiesen und durch Studien abgesichert ist.
Leider ist rund um Longevity ein riesiger Markt entstanden, der mehr verspricht, als er halten kann. Viele Angebote sind auf den maximalen Gewinn ausgerichtet und weniger auf das bestmögliche Ergebnis für den Menschen, der sie bezahlt.
Deshalb mein Rat: Springen Sie nicht auf jeden Social-Media-Trend auf, nehmen Sie nicht wahllos Supplements ein und kaufen Sie sich nicht jedes Gerät für zu Hause. Im besten Fall bewirkt das fast nichts. Im schlechtesten Fall schaden Sie sich damit aktiv.
Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Vorerkrankungen sein und alle, die regelmäßig Medikamente nehmen oder eine laufende Therapie erhalten, etwa eine Chemotherapie. Sie sollten Nahrungsergänzungsmittel und Infusionen auf keinen Fall ohne Rücksprache mit ihren behandelnden Ärzten nutzen. Solche Mittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen und damit auch den Erfolg einer Behandlung.
Die Basis: sechs Faktoren, die Studien immer wieder bestätigen
Die Grundlage für Longevity und Rejuvenation kennen wir eigentlich alle. Sie mag manchen langweilig erscheinen, aber es führt kein einfacher Weg an ihr vorbei. Die ersten und wichtigsten Schritte beginnen immer bei uns selbst, und diese Selbstverantwortung kann uns kein Arzt und kein selbst ernannter Experte abnehmen. Was die meisten längst wissen und was Studien immer wieder bestätigen, sind diese sechs Faktoren:
- Nicht rauchen. Rauchen schadet nahezu jedem Organ des Körpers, die Haut eingeschlossen.
- Mäßig oder gar keinen Alkohol trinken. Nach der Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 2024 gibt es keine risikofreie Menge, deshalb empfiehlt sie, möglichst ganz auf Alkohol zu verzichten.
- Bewegung. Dafür reicht schon regelmäßiges Spazierengehen. Jede Form von Bewegung senkt nicht nur die Morbidität, also wie häufig wir krank werden, sondern auch die Mortalität, die Sterblichkeit. Eine Auswertung von 15 internationalen Kohortenstudien zeigt, dass das Sterberisiko mit der täglichen Schrittzahl sinkt. Bei Menschen ab 60 war der Effekt schon bei etwa 6.000 bis 8.000 Schritten am Tag weitgehend erreicht.
- Mediterrane Kost. Ja, wir kennen sie alle. Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch und Olivenöl. Ihr Nutzen für Herz und Gefäße ist in großen Studien gut belegt.
- Ausreichend Schlaf. Schlafmediziner empfehlen Erwachsenen mindestens sieben Stunden pro Nacht. Ich als Mama muss hier immer schmunzeln, denn genau das schaffe ich in meiner aktuellen Lebensphase selbst nicht. Das heißt aber nicht, dass es immer so bleiben wird. Meine Lebenssituation macht es gerade einfach nicht möglich.
- Ein soziales Umfeld. Ob Familie oder ein funktionierender Freundeskreis, wir Menschen sind soziale Wesen. Soziale Kontakte hängen gerade im hohen Alter direkt mit Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer und Depression zusammen. Eine Auswertung von 148 Studien ergab für Menschen mit stabilen sozialen Beziehungen eine um 50 Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit.
Das alles ist kostenlos und für die meisten von uns zugänglich. Hier spielt die Eigenverantwortung die größte Rolle.
Drei Faktoren, die ich als Ärztin ergänzen möchte
Als Dermatologin und Ärztin möchte ich noch drei Faktoren ergänzen. Sie kosten in Deutschland nichts oder nur sehr wenig und haben einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Lebensdauer.
Vorsorgeuntersuchungen
In Deutschland haben wir das Privileg, dass viele Vorsorgeuntersuchungen kostenfrei sind. Die Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten sind mir dabei bewusst. Trotzdem würde ich immer alle Vorsorgeuntersuchungen nutzen, die meine Krankenkasse trägt.
Gesetzlich Versicherte haben zum Beispiel ab 35 alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up und alle zwei Jahre auf eine Untersuchung der Haut, ab 50 kommt die Darmkrebs-Früherkennung hinzu. Früherkennung spielt bei den meisten Krebserkrankungen eine immense Rolle, denn je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten.
Impfungen
Auch wenn ich mir damit vielleicht Feinde mache: Impfungen haben langfristige Vorteile, und zwar nicht nur für Kinder. Nach Lungeninfektionen wie einer Grippe oder einer Lungenentzündung ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse deutlich erhöht. In einer Studie aus Kanada war das Herzinfarktrisiko in der ersten Woche nach einer im Labor bestätigten Grippe etwa sechsmal so hoch wie sonst.
Auch das Demenzrisiko ist bei Menschen, die im höheren Alter gegen Gürtelrose (Herpes zoster) geimpft wurden, deutlich niedriger. Eine 2025 in Nature veröffentlichte Auswertung aus Wales fand bei Menschen, die den damals eingesetzten Lebendimpfstoff erhalten hatten, innerhalb von sieben Jahren rund 20 Prozent weniger neue Demenzdiagnosen.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose allen Menschen ab 60 Jahren, bei bestimmten Grunderkrankungen auch früher. Ab 60 rät sie außerdem zur jährlichen Grippeimpfung und zur Impfung gegen Pneumokokken.
Sonnenschutz
Auch der günstigste Sonnenschutz wirkt präventiv. Er schützt uns nicht nur vor Hautkrebs, sondern auch vor Pigmentflecken und Falten. Wie groß der Effekt auf die Hautalterung ist, zeigt eine Studie aus Australien. Bei Menschen, die viereinhalb Jahre lang täglich Sonnencreme auftrugen, schritt die Hautalterung um 24 Prozent weniger voran als in der Vergleichsgruppe, die sie nur nach Gefühl nutzte. Für mich als Dermatologin gehört täglicher Sonnenschutz deshalb in jede Routine, ganz unabhängig vom Alter.
So, das ist schon eine ganze Menge, was wir selbst für unsere Longevity tun können, meist ohne dass es etwas kostet. Neu ist davon nichts, aber ohne diese Basis geht es nicht. Bleibt die Frage, was die Medizin heute schon darüber hinaus leisten kann, was noch kommt und wo ich als Ärztin stehe.
Was moderne Medizin heute ergänzen kann
Die meisten der genannten Punkte zielen vor allem auf Longevity und weniger auf Rejuvenation, auch wenn sich die Zellen in unseren Organen ebenfalls besser erholen, wenn wir die Basis beherzigen. Als Ärztin und als Privatperson möchte ich mehr, für mich und für meine Patienten.
Rejuvenation beginnt beim größten Organ, der Haut
In der Ästhetik und in der Rejuvenation steht bei mir natürlich das größte Organ im Fokus, die Haut, und zwar am ganzen Körper. Mit verschiedenen Behandlungen und gezielten Kombinationen können wir die Regeneration der Hautzellen anregen, die Haut straffen, Falten glätten und Pigmentflecken aufhellen. Unser Ziel ist ein sichtbar frischeres, jugendlicheres Aussehen, ohne dass jemand gemacht oder gekünstelt wirkt.
Ich habe das große Glück, in einer Zeit zu arbeiten, in der intelligente ästhetische Medizin möglich ist und sich die Werkzeuge ständig weiterentwickeln. Wir können heute an den Mechanismen des Alterns ansetzen, statt nur Symptome zu kaschieren. Dazu gehören Biostimulatoren wie Profhilo Structura, Sculptra oder Polynukleotide, außerdem Exosome, Radiofrequenz-Microneedling und Laserbehandlungen bei Pigmentflecken und Äderchen.
Wie die einzelnen Biostimulatoren wirken, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Biostimulatoren: Die Zukunft der ästhetischen Medizin. Mein Anspruch sind natürliche, schöne Ergebnisse, die meine Patienten ausstrahlen, ohne dass jemand erkennt, was gemacht wurde.
Die Haut als Spiegel: Warum wir den ganzen Körper betrachten
Rejuvenation und Longevity beschränken sich bei uns aber nicht auf die Haut. Sie ist nicht nur der Spiegel der Seele, sondern zeigt auch sehr genau, wenn unser Körper nicht im Gleichgewicht ist. Und wenn das Körpersystem aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann ich weder Longevity noch Rejuvenation erreichen.
Deshalb haben wir bei Skinthetics einen weiteren Bereich offiziell aufgebaut. Der Start im Januar 2027 ist das Ergebnis jahrelanger Vorarbeit und kein Aufspringen auf einen aktuellen Trend. Wir arbeiten dort nicht nur dermatologisch-ästhetisch, sondern auch internistisch, und stellen immer den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme, wo Sie gesundheitlich stehen, wo Ihre Schwächen liegen und wo Ihr Körper Unterstützung braucht, um Ihre gesundheitlichen Ziele zu erreichen.
Diagnostik, die über das übliche Blutbild hinausgeht
Im neuen Bereich können wir mit gezielten Untersuchungen und Bluttests feststellen, wo es im Körper hakt. Die allgemeinen Blutuntersuchungen, die wir alle kennen, reichen dafür oft nicht aus. Neben der klassischen Abklärung von Erkrankungen, Hormonhaushalt und typischen Mängeln wie Eisen oder Vitamin D schauen wir deshalb auf Bausteine, die für Longevity und Rejuvenation eine wichtige Rolle spielen.
- Mitochondrien. Die Kraftwerke unserer Zellen sind einer der Dreh- und Angelpunkte im Körper. Eine nachlassende Funktion der Mitochondrien zählt zu den zwölf Kennzeichen des Alterns, die Forschende um Carlos López-Otín 2023 in einer vielbeachteten Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Cell beschrieben haben.
- Mikro- und Makronährstoffe. Ob der Körper wirklich mit allem versorgt ist, was er braucht, zeigt erst eine gezielte Analyse. Zeigt sie einen Mangel, ergibt eine gezielte Ergänzung Sinn, etwa über eine ärztlich begleitete Vitaminkur oder Infusion.
- Risikofaktoren wie Lipoprotein(a). Lp(a) ist ein überwiegend erblich festgelegter Blutfettwert, der das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. Etwa jeder Fünfte hat erhöhte Werte. Weil der Wert im üblichen Fettprofil meist fehlt, kennen ihn viele nicht. Die Europäische Atherosklerose-Gesellschaft empfiehlt in ihrem Konsenspapier von 2022, Lp(a) bei jedem Erwachsenen mindestens einmal im Leben zu bestimmen.
The Skinthetics Way: Gemeinsam auf die nächste Stufe
Hier kommen ich und mein Skinthetics-Team ins Spiel, denn alles kann man nicht allein schaffen. Die oben beschriebene Basis sollte jeder im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten so gut wie möglich umsetzen. Alles schafft fast niemand, ich auch nicht. Wenn die Basis aber einigermaßen stimmt, können wir bei Skinthetics schneller und besser arbeiten.
Wir heben dann alles auf die bestmögliche medizinische Stufe, um gemeinsam mit Ihnen Ihr persönliches Longevity- und Rejuvenation-Ziel zu verfolgen. Dafür arbeiten wir mit den neuesten Erkenntnissen und Methoden und mit einem Team, das sich laufend auf dem aktuellen Stand der internationalen Medizin hält. Wie ich selbst international lehre und mich mit Kollegen austausche, erzähle ich im Beitrag über meine Arbeit als Speakerin und Trainerin.
Welche Behandlungen wir heute schon anbieten, zeigt unsere Seite zu Longevity und Rejuvenation in Düsseldorf mit allen Longevity-Behandlungen im Überblick. Wenn Sie wissen möchten, wo Sie stehen, beraten wir Sie gern persönlich in unserer Praxis in Düsseldorf.
Häufige Fragen zu Longevity und Rejuvenation
Was bedeutet Longevity?
Longevity heißt übersetzt Langlebigkeit. In der Medizin meint der Begriff aber nicht einfach ein langes Leben, sondern möglichst viele gesunde Lebensjahre mit wachem Verstand und ohne große Einschränkungen durch Alterserkrankungen.
Was ist der Unterschied zwischen Longevity und Rejuvenation?
Longevity zielt darauf, gesund und fit zu altern und Erkrankungen möglichst lange vorzubeugen. Rejuvenation meint die Verjüngung, also Prozesse, bei denen sich Zellen regenerieren und Haut und Gewebe sichtbar frischer wirken. Bei Skinthetics verbinden wir beides.
Sind Longevity-Supplements sinnvoll?
Nicht pauschal. Viele Nahrungsergänzungsmittel versprechen mehr, als Studien belegen, und manche beeinflussen die Wirkung von Medikamenten. Sinnvoll ist eine Ergänzung erst, wenn eine Untersuchung zeigt, dass dem Körper tatsächlich etwas fehlt. Wer Medikamente nimmt oder in Behandlung ist, sollte vorher immer mit seinem Arzt sprechen.
Welche Blutwerte sind für Longevity interessant?
Neben klassischen Werten wie Blutbild, Hormonen, Eisen und Vitamin D können Werte zur Nährstoffversorgung und zu Risikofaktoren aufschlussreich sein, zum Beispiel Lipoprotein(a). Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Vorgeschichte, Alter und persönlichen Zielen ab und gehört in ein ärztliches Gespräch.
Muss Longevity teuer sein?
Nein. Die Basis kostet kaum etwas: nicht rauchen, wenig Alkohol, Bewegung, mediterrane Ernährung, genug Schlaf und ein soziales Umfeld. Dazu kommen Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen, die in Deutschland meist die Krankenkasse übernimmt, und täglicher Sonnenschutz.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung.
